Windige Zeiten stehen bevor

Manchmal muss einem die Natur auf die Sprünge helfen:

Der heutige Wind in Edinburgh drückt sehr gut meine momentanen Gefühle aus. Es gibt Phasen,da ist er sehr ruhig,sehr nachdenklich und da steht alles still. Im nächsten Moment wird der Wind zum Sturm und will unbedingt,jetzt sofort alles haben. Er steigert sich fast in einen Hurricane hinein. Er will das jetzt, sonst wird er verrückt. Er weiß nicht genau in welche Richtung es gehen soll, deswegen bewegen sich die Bäume in Kreisformen. Er wechselt ständig die Richtung. Wir müssen in alle Richtungen gehen,um heraus zubekommen, was wir wollen und haben dabei Angst was zu verpassen. Also heulen wir auf. Der Wind und ich. Was macht man da? Weiter in alle Richtungen rennen bis man nicht mehr kann? Oder entscheidet man sich für eine Richtung? Oder wartet man ab und lässt sich dann treiben?

Das erinnert mich an etwas, was ich früher mal gehört habe…Pocahontas:

Que que Natura-Du wirst es verstehen.
Lausche mit dem Herz. Dann wirst du verstehen.
Lass den Weg dir weisen von den Wäldern, die vergehen…

Wer von euch nicht Pocahontas gesehen hat und was härteres gewohnt ist:

In Extremo, „Wege ohne Namen“; Album: „Kunstraub“:

Und wir laufen über Wege ohne Namen.
Wir sind frei und treiben mit dem Wind.
Und wir laufen, tausend Träume in den Armen.
Sind dabei, denn nur wer wagt, gewinnt.

Ich entscheide mich dafür, mehr auf mein Bauchgefühl zu hören. Mir vom Wind und anderen Dingen den Weg weisen zulassen. Mal schauen, wo es mich hinführt.

Im Übrigen ist es nicht manchmal merkwürdig, wie Dinge, die so unterschiedlich scheinen, (ein Walt-Disney-Film und eine Mittelalter Rock-Band) zusammen passen?

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So was passiert, wenn man nicht aufpasst

Ich möchte mit diesem Text mal zeigen, dass es nicht gut ist, zu lange in einem Raum zu sitzen, abgeschottet zu sein und nicht hinaus zu gehen.

Ich habe heute mal wieder mit meiner Lieblingstoilette gesprochen. Ja, ich habe eine Lieblingstoilette mit der ich spreche. „Na, wie geht’s dir heute? Alles gut? Ach Gott, ich glaube deine Tür klemmt. Das solltest du mal untersuchen lassen. Jetzt kriege ich die Tür nicht zu…“ Das war mein Monolog mit einer Toilette. Mit einer Toilette! Nach einem netten Gespräch verabschiede ich mich auch von meiner Toilette. „Ja, dann mach’s gut. Wir sehen uns. Lass dich nicht bequatschen. Bleib sauber!“

Und es ging weiter mit dem Bett in meinem Zimmer. „Oh Hallo liebes Bett! Wie siehst du denn schon wieder aus? Sind die ganzen Klamotten wieder auf dich gesprungen. Das kann ja wohl nicht wahr sein. Wenn ich nur etwas tun könnte…“ Ich möchte an dieser Stelle erwähnen, dass all diese Sätze tatsächlich laut gesagt worden von mir.

Ist das ein Zeichen von Wahnsinn? Ist das ein Zeichen, dass ich zu lange allein auf Reisen war und vielleicht doch mal Urlaub zu Hause von meinem Urlaub machen sollte? Man weiß es nicht. Ich sollte mal meine Toilette fragen. Ah nein! Ich glaube, jetzt reicht es. Ich lege den Laptop mal besser für zwei Tage weg und gehe an die frische Luft. Versteht ihr jetzt was ich meine?

Die Laptop – Frau

Ich bin jetzt schon die dritte Woche in Edinburgh und 2 Monate und 10 Tage von zu Hause weg. Ja, ich mache das wie Robinson Crusoe. Die Wand an meinem Hostel-Bett ist jetzt eine einzige Strichliste. Was ich eigentlich sagen will, ist, dass ich seit zweieinhalb Wochen nach Jobs suche. Das heißt, ich sitze die ganze Zeit von Früh bis Abend vor meinem Laptop und überarbeite meinen Lebenslauf, suche Angebote im Internet und bewerbe mich. Wenn ich dann nicht gerade draußen herum laufe und Bewerbungen in den Läden abgebe, bin ich im Hostel vor meinem Laptop. Da bin ich auch schon bekannt, als die Laptop-Frau, da ich jeden früh mit meinem Laptop zum Frühstück auftauche und über den ganzen Tag an diesem einen Platz sitze, um am Abend wieder in mein Zimmer zu verschwinden. Sehr guter Plan eigentlich. Es ist gut, dass ich mich damit so intensiv beschäftige, aber auf der anderen Seite verpasse ich auch viel. Glaub ich. Ich weiß nicht mehr, was da draußen los ist. Haben wir noch September? – kleiner Scherz!

Ich muss da eine Balance finden zwischen Bewerbungen, Wohnungen (nach der suche ich nämlich auch) und Freizeit. Aber jetzt ist wieder dieses MUSS da, dass hinter jeder Ecke lauert. Dieses deutsche „…aber du musst doch…“. Ich weiß, dass ich wieder arbeiten muss, um Geld zu verdienen. Das weiß ich. Ich bin ja nicht auf den Kopf gefallen. Wer mich kennt, weiß auch, dass ich sehr vernünftig bin und schon immer war. Vielleicht aber auch zu vernünftig.  Vielleicht ist es jetzt mal an der Zeit, dem Teufel auf meiner Schulter mehr Platz zu machen. Ich weiß es nicht. Da kann mir auch keiner helfen und da soll sich auch keiner einmischen. Es ist mein Leben. Ich kenne mich am besten und ich höre jetzt mal auf mich. Und mein ich sagt: „Ich muss über Alles nachdenken. (Boah, da ist es schon wieder das Vernünftige…mein Gott, bin ich vernünftig.)

Aber da bin ich einmal mehr bei einem Spiel auf meiner Reise. Wenn das so weiter geht, kann ich bald meine eigene Spielesammlung produzieren lassen. Das Spiel heißt: „1,2 oder 3!“ – Ob du wirklich richtig stehst, siehst du wenn das Licht an geht! Und wenn diese kleinen Kinder auf ihr Bauchgefühl hören können, auf dem richtigen Feld stehen und damit eine tolle Klassenfahrt gewinnen können. Dann kann ich das auch! Eine Klassenfahrt nur für mich. Haha. So, aber ich denke jetzt erst einmal nach. Wenn ihr wissen wollt, ob für mich das Licht angeht, dann schaut in ein paar Tagen nochmal hier nach. Und wenn ihr wissen wollt, was entsteht, wenn man zu lange am Laptop oder im Hostel sitzt, dann lest übermorgen den nächsten Beitrag.

Bis dann!

Tischlein Deck Dich

Eines meiner Lieblingsmärchen früher war „Tischlein Deck Dich“, was mir meine Oma ganz oft vorlesen musste. Die drei Burschen sind gezwungen hinaus in die Welt zu gehen, da der Vater sie raus schmeißt und mehr einer Ziege traut als seinen Söhnen. Dann geht jeder seinen Weg, erlernt ein Handwerk und kommt letztendlich mit einem Geschenk zurück nach Hause. Die Ziege ist weg, der Vater entschuldigt sich und alle vertragen sich wieder und sind glücklich. So eine grobe, aber wirklich ganz grobe Zusammenfassung.

Mhm…die ziehen hinaus in die Welt – Check!  Die suchen nach einem Handwerk – Check!  Mhm…von der Theorie würde also nach meiner Handwerkssuche, oder auch Jobsuche genannt, ein Geschenk kommen. Welche Geschenke gab es denn? Lasst uns mal überlegen. Das Tischlein, was sich mit vielen köstlichen Leckereien deckt. Da müsste ich nicht mehr zu Lidl oder anderen Supermärkten gehen. Sehr praktisch. Da bestünde aber auch die Gefahr, dass ich zu viel esse. Denn ich esse sehr gerne. Was gab es noch? Den Knüppel aus dem Sack! So was, wie ein Bud Spencer für unterwegs. Nur handlicher. Sehr verlockend. Keine schlechte Idee, aber da gab es doch noch was…ja, den Esel!

Ja das ist doch mal was. Das könnte ich mir auch gut vorstellen. Zugegeben sehr unhandlich in so einem Hostel, aber man hat jemanden zu reden. Auch, wenn er kein Wort versteht. Das tun andere Leute, mit denen ich rede aber auch nicht immer. Doch da ist auch noch ein großer finanzieller Vorteil. Das kann man nicht leugnen. Ich war immer schon sehr tierlieb.

Zusammenfassend gesagt: Ich wäre an dem Esel interessiert. Kann man sich dafür irgendwo eintragen? So eine Art Reservierungsliste, wie in der Bibliothek, wenn ich auf ein Buch warte.? Wer vertreibt denn überhaupt solche Esel?  Aber der Esel wäre ja dann in Britischen Pfund/ Sterling. Ich bräuchte den dann in der Euro-Version. Sonst muss ich ja noch Geld umtauschen. Obwohl wenn es ein älterer Esel ist, gibt der dann bestimmt Gold. Das wäre ein guter Kompromiss. Damit könnte ich leben. Ja, den würde ich nehmen…!

Sehr trügerisch diese Märchen…

…aber so schön zum Träumen!

Lange nichts mehr gehört, wa…?

Hey Leute,

nach langer Pause melde ich mich endlich mal wieder. Und ihr fragt euch vielleicht, was ist so passiert in den letzten zwei – drei Wochen? Deswegen wird das hier auch ein etwas längerer Text. Aber vielleicht wähle ich eine kleinere Textgröße, damit es nicht zu lang wirkt für euch.

Mitte September haben mich meine Schwester & ihr Freund in Irland besucht. Wir haben uns einen alten Bulli T2 gemietet und sind damit durchs Land gefahren. Es war echt toll. Ich kann das nur weiter empfehlen. Mit einem Mietwagen sieht man einfach das wahre Irland. Mit all seinen Schafen, seinen Kühen und seinen grünen Wiesen. Das ist eindeutig die beste Art über die grüne Insel zu reisen. Nachdem wir dann, ich weiss nicht wie viele Kilometer geschrubbt hatten, mussten wir uns nach zwei Wochen wieder am Flughafen Dublin verabschieden. Die Beiden flogen wieder heim. Und ich ? Ich schlug das Kapitel Irland zu und bin nach Liverpool geflogen. Endlich in Großbritannien und dann gleich in der Heimatstadt der Beatles. Ich liebe die Beatles. Deswegen habe ich auch das volle Fanprogramm mit gemacht. Ich bin im Black Taxi durch Liverpool gefahren, zu den Geburtshäusern von John, Paul, George und Ringo. Zur Penny Lane, Strawberryfields, sogar beim Grab von Father McKenzie und Eleanor Rigby sind wir gewesen. Es war echt genial! Liverpool war auch ganz anders, als erwartet. Eine Überraschung. Mit all seinen wunderschönen Gebäuden, wie zum Beispiel das Royal Liver Building.

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Ich am Steuer des Black Taxi vor dem Geburtshaus von Ringo Starr.

Aber es zog mich weiter zu einem meiner anderen Idole – Michael Palin von Monty Python. (Ich sage nur „Lumberjack“-Song) Dieser Mann ist nach einer Weltkarriere als Komiker durch die ganze Welt gereist. Er ist in 80 Tagen um die Welt und von Pol zu Pol gereist. Hat so viele Kulturen kennen gelernt und hat über dreißig Jahre lang Tagebuch geführt. Was für ein Leben! Für mich war es eine Ehre ihn zu sehen. Er ist auch ein Weltenbummler und schließlich auch von MONTY PYTHON. Ab diesem Highlight hatte ich aber keinen Plan mehr, wohin ich will, was ich tun soll, kann oder muss. Wobei wir das „muss“ gleich mal wieder streichen. Also wollte ich mir nochmal in Erinnerung rufen, warum ich eigentlich in dieses Land gekommen bin. Wie diese Faszination für Großbritannien begonnen hat. Und dann war ich ja auch schon so nah an dem Punkt und hätte mich bestimmt geärgert, wenn ich da nicht hin gefahren wäre… London. Es geht um LONDON.

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Momentan bin ich in dieser wunderschönen Hauptstadt von Großbritannien. Eine meiner ersten Handlungen hier, war zu Freddie Mercury’s Haus zu gehen. Da es mir unheimlich wichtig war. Denn durch diesen Mann hat meine Leidenschaft zur Musik, zu den Briten und diesem Land begonnen. Und dafür bin ich ihm unheimlich dankbar. Aber lange bleibe ich auch nicht in London. (Es ist wirklich noch teurer geworden in den letzten Jahren.) In wenigen Tagen werde ich nach Edinburgh fahren und da versuchen – Nein, falsch. Ich werde mir eine Wohnung und einen Job suchen.

Welchen? Keine Ahnung. In welcher Firma? Keine Ahnung. Wie lange? Keine Ahnung. Das klingt doch gut, oder? Also, seit gespannt, wie sich der Null- Plan entwickelt. Ich bin es auf jeden Fall. 😉