So viele verschiedene Ansichten

Auch die Ansichten zu den verschiedensten Dingen und Lebenssituationen unterscheiden sich in den Ländern. Die Iren reagieren generell erst mal recht entspannt bei Problemen. Denn vielleicht ist es ja gar keins. Zeitdruck? Wozu soll das denn gut sein. Viele haben hier nicht mal mehr eine Uhr um. Wenn die Leute auf den Bus warten, dann warten sie solange bis einer kommt.

Was mir aber besonders gut gefällt, was auch bei vielen der anderen Nationen zutrifft, ist die Einstellung zur Veränderung. Nachdem ich jemanden erzählt habe, dass ich momentan ein „Work and Travel“ mache, erklärte er mir, dass das genau richtig sei. Wenn du eine Idee, einen Traum hast und daran glaubst, setze sie um. Probiere es einfach aus. Wenn es nicht klappt, machst du halt was anderes. Und sollte das auch nicht funktionieren, dann suche dir wieder was Neues. Das ist ein ganz schöner Unterschied zu dem Denken der Deutschen. Wir hängen doch sehr an unseren Sicherheiten. Und ohne Statistiken oder Garantien stürzen wir uns eher ungern in was Neues. Wie sehe das auch in unserem Lebenslauf aus? Auf solche Ideen würde in Irland und anderen Ländern, gar keiner kommen. Hauptsache du bist glücklich. Aber das hat ja auch schon Farin Urlaub gesungen (ein gutes Zeichen) :

„Es ist egal was du bist. Hauptsache ist, es macht dich glücklich.“ Lied: Glücklich, vom Album „Endlich Urlaub“

Yes, ich wusste, dass ich einmal mit Ärzten-Zitaten prahlen kann. Siehst du Papa, Ärzte hören, lohnt sich. Yes! Aber vielleicht solltet ihr alle, die ihr das gerade lest, mal einen 3- wöchigen Urlaub hier machen, damit ihr versteht, was ich meine. Vielleicht übertreibe ich ja auch? (Nein, das tue ich natürlich nicht!)

Findet es einfach selber raus.

P.s.: Ich sitze gerade neben Spaniern im Hostel. Ist euch schon mal aufgefallen, dass die nie leise reden können und gerne mal hektisch oder aufbrausend reagieren? Zum Glück bin ich nicht dahin geflogen…

Advertisements

So viele verschiedenen Kulturen…

Ich bin stolz verkünden zu dürfen, dass ich jetzt einmal durch ganz Irland gereist bin!

Von der Hauptstadt Dublin, im Uhrzeigersinn, bis nach Belfast. Und es war und ist wirklich erstaunlich, auf wie viele verschiedene Kulturen man trifft. In Dublin ist alles bunt gemischt. Australier, Amerikaner, Japaner, Koreaner, Briten und viele mehr. Aber da gibt es zwei Nationen, die aus der Masse herausstechen – Frankreich und Deutschland.

Ich bin unter anderem auf die Insel gegangen, um Englisch zu lernen. Jetzt scheint es aber so, als wären, gerade in den kleineren Städten und Dörfer, nur Deutsche und Franzosen. Am Anfang habe ich mich noch gefreut, als ich mit anderen Deutsch sprechen konnte. Aber mit der Zeit nahm das so sehr zu, dass ich mir eine Strategie überlegen musste, um mehr Englisch sprechen zu können.

Man hört ja schon am Akzent, wer Deutsch ist. Wenn das nicht hinhaut, hört man es spätestens dann, wenn er zu ihr sagt: „Hilde, isch des schön, gell?“ Dann weiß ich Bescheid und spreche weiter Englisch. Selbst wenn die mich was fragen, versuche ich weiter Englisch zu sprechen. Bis die unvermeidliche Frage kommt: „Where do you come from?“ Äh…mhm…ich möchte die englische Sprache lernen. Also sage ich: „Poland!“   – Manchmal klappt es und manchmal nicht. Wenn nicht, dann tue ich so, als wäre es ein Scherz gewesen.

Aber zurück zu den den anderen Kulturen. Ich habe Brasilianer, Amerikaner, Japaner, Koreaner kennen gelernt, Iren natürlich auch. Dabei habe ich so viele verschiedene Eindrücke bekommen und Geschichten gehört. Gestern habe ich mich zum Beispiel mit einem Amerikaner über die Flüchtlingswelle in Europa unterhalten. In Dublin habe ich mich mit Koreanern über deutsches Bier unterhalten. Das ist wirklich eine wundervolle Erfahrung, unter anderem auch die unterschiedlichen Lebensstile zu sehen.

Aber dazu später im zweiten Teil:  „So viele verschiedene Ansichten…“

Ich als wichtiges Mitglied unserer Band "Blue Chips" im Rock N Roll Museum in Dublin

Ich als wichtiges Mitglied unserer Band „Blue Chips“ im Rock N Roll Museum in Dublin

Ring Of Kerry

Ring Of Kerry

Das wunderschöne Fischerdorf Dingle

Das wunderschöne Fischerdorf Dingle

Ich auf Inish Mor mit echten Ureinwohnern

Ich auf Inish Mor mit echten Ureinwohnern

Cliffs, Inish Mor

Cliffs, Inish Mor

I lost my Heart to Galway, nicht an ein Galway Girl.

I lost my Heart to Galway, nicht an ein Galway Girl.

Die letzte Station bevor (endlich!) meine Schwester kommt. Belfast.

Die letzte Station bevor (endlich!) meine Schwester kommt. Belfast.

Luxus zu Hause

Lasst mich euch was erzählen über den Luxus, den ihr zu Hause habt. Ihr werdet es wahrscheinlich nicht glauben, aber jeder hat ein klein wenig Luxus zu Hause.

Ich bin jetzt hier auf Tour von Dublin, rund um die Insel, bis nach Belfast. Ich habe mich bei den verschiedenen Unterkunftsarten für eine sehr günstige entschieden -das Hostel. Und ich weiss auch, dass ich da auf Vieles verzichten muss. Mein erstes Hostel in Dublin war wirklich super. Es gab Vieles kostenlos. Es war sicher und hatte mehr als hilfsbereites Personal. Leider war die Geräuschkulisse sehr laut, da der Zug, anscheinend nicht parallel, sondern durch mein Zimmer fuhr. Aber mit Oropax und nach einer Gewöhnungsphase war es in Ordnung. Also war es ein recht guter Start in die Hostelwelt. Mittlerweile bin ich in meinem fünften Hostel und jetzt weiß ich, was man zu Hause eigentlich für einen Luxus hat.

Zum Beispiel den Luxus eines eigenen Badezimmers. Denn bereits in zwei Hostels gab es nur ein Gemeinschaftsbad auf dem Flur mit ganzen zwei Toiletten und zwei Duschen für beide Geschlechter. Ich mache die Tür auf und will mir die Zähne putzen am Abend und mir kommt ein Mann entgegen mit Zeitung unterm Arm. Ich war total irritiert, ging drei Schritte rückwärts, entschuldigte mich und dachte, ich habe mich in der Tür geirrt. „Nein, das ist gemischt.“ wurde mir gesagt. Gut, das geht ja noch. Aber habt ihr auch mal festgestellt, dass Männern weniger peinlich ist, als Frauen und sie ein anderes Morgentoilettenverhalten haben? (Keine Ahnung, ob es ein Wort dafür gibt. Aber ich nenne es mal so.) Also Männer brauchen früh generell länger im Bad, weil sie was regelmäßig machen, was Frauen früh nicht machen. Die Erklärung muss reichen. Ich kann nicht mehr dazu sagen. 20150901_215859

Stellt euch jetzt bitte Folgendes vor:

Ihr müsst dringend auf Toilette, aber die zwei Toiletten sind besetzt. Ihr wartet. Was bleibt euch auch anderes übrig. Und in aller Ruhe machen die Männer ihre Morgentoilette. Und das kann lange dauern. Und die lassen sich Zeit. Und wie gesagt, die Peinlichkeitsgrenze liegt bei Männern anscheinend höher, als bei Frauen. Achtung hierbei eine amtliche Warnung! In solchen Räumen können Geräusche auftreten, die man nicht hören will!  Während ich kaum noch stehen kann, weil ich immer noch dringend muss, hört man Dinge… Das war schon nicht mehr lustig. Und wenn man selber eine hohe Empfindlichkeit in solchen Angelegenheit hat, muss man seine Hemmungen in Gemeinschaftsbädern ganz schön ablegen.

Werdet euch also bitte bewusst, was das für ein Luxus ist, allein in einem Bad sein zu können. Oder eine Badewanne! Oh man, was würde ich für eine Badewanne geben. Nicht alle 20 Sekunden den Knopf unter der Dusche drücken zu müssen, damit Wasser rauskommt. Was ein Luxus! Also ihr „Verwöhnten“ zu Hause, genießt euren Luxus. 😉